Event-Review vom 5. Mai 2026 – «Nachfolge als Chance: Erfolgsmodelle aus Verkäufer- & Käuferperspektive»

Unternehmensnachfolge bei Schweizer KMUs: Zwischen Familienwerten, Wachstum und langfristiger Verantwortung

Am 5. Mai 2026 durfte Oaklins Switzerland über 120 Gäste im Marriott Hotel Zürich zu einem lebendigen Diskussionsabend rund um Unternehmensnachfolge begrüssen. Unternehmer, Investoren und M&A-Berater diskutierten Herausforderungen und Lösungsansätze aus unterschiedlichen Perspektiven – von frühen Unternehmensverkäufen über laufende Nachfolgeprozesse bis hin zu langfristig geplanten familieninternen Übergaben.

Im Fokus standen Themen wie Eigentümerverantwortung, Governance, Investitionsbedarf, operative Nachfolge und die emotionale Dimension des Loslassens. Beim anschliessenden Apéro riche wurde der persönliche Austausch unter den Gästen und Panelteilnehmern weitergeführt.

Panel I – die frühe Nachfolge

Familienunternehmen zwischen Investitionsbedarf und strategischer Neuausrichtung

Im ersten Panel diskutierten Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Nachfolge frühzeitig geregelt und ihre Unternehmen verkauft haben. Im Zentrum standen Marktveränderungen, Investitionsbedarf und die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für eine externe Lösung gekommen ist.

Die Diskussion zeigte, dass Nachfolge oft nicht nur aus Altersgründen entsteht. Veränderungen im Marktumfeld, wachsender Kapitalbedarf und fehlende familieninterne Perspektiven können Unternehmer dazu bewegen, früh neue Lösungen zu suchen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie eng familiäre Werte, Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und strategische Entscheidungen miteinander verbunden sind.

Wichtige Themen aus dem Panel:

  • Investitionsdruck und technologische Veränderungen als Auslöser für einen Verkauf
  • Familienverfassungen als Instrument zur Regelung von Rollen und Erwartungen
  • Bedeutung langfristig orientierter Käufer
  • Emotionale Herausforderungen beim Loslassen des Unternehmens

Die Panelisten betonten zudem, dass professionelle Begleitung im Verkaufsprozess entscheidend sei – insbesondere bei Verhandlungen, Käufersuche, Kommunikation und der Koordination unterschiedlicher Interessen innerhalb der Familie und des Aktionariats.

Im Video v.l.n.r.: Reto Lipp (Moderation), David Zürrer, Partner, Oaklins, Stefan Schenk, Mitinhaber & Verwaltungsrat, Stadtmühle Schenk Holding AG, Anna Aebischer-Imfeld, Verwaltungsratspräsidentin, Luxlibero International AG

Panel II – mitten in der Nachfolgeplanung

Operative Übergabe und externe Nachfolge im laufenden Prozess

Das zweite Panel beleuchtete einen Nachfolgeprozess, der sich aktuell noch in Umsetzung befindet. Im Fokus stand die schrittweise Übergabe eines Familienunternehmens an einen externen Nachfolger aus dem bestehenden Umfeld des Unternehmens.

Diskutiert wurden insbesondere die operative Verantwortung während einer Übergangsphase sowie die Frage, wie Vertrauen zwischen Eigentümern und Nachfolgern aufgebaut werden kann. Die Gesprächspartner beschrieben offen, wie sich Unternehmenswachstum auf Führung, Organisation und Governance auswirkt und weshalb frühere Strukturen nicht mehr ausreichend waren.

Wichtige Themen aus dem Panel:

  • Externe Nachfolge als Alternative zur familieninternen Übergabe
  • Transparenz und offene Kommunikation im Nachfolgeprozess
  • Trennung von operativer Nachfolge und Eigentumsübergabe
  • Persönliche Verantwortung und Vertrauen zwischen Unternehmer/-in und Nachfolger

Besonders hervorgehoben wurde, dass Nachfolge nicht nur vertraglich geregelt werden müsse, sondern vor allem auch auf gegenseitigem Vertrauen, gemeinsamer Wertebasis und langfristiger Perspektive beruhe.

Im Video v.l.n.r.: Reto Lipp (Moderation), Daniel Annaheim, Verwaltungsratspräsident, Baumat AG, Daniel Hodel, CEO, Baumat AG, Dr. Daniel Spring, Partner, Oaklins.

Panel III – eine spätere Nachfolgeplanung

Langfristige Nachfolgeplanung in etablierten Familienunternehmen

Das dritte Panel widmete sich Unternehmern, die ihre Nachfolge über viele Jahre vorbereitet haben. Diskutiert wurden familieninterne Lösungen, Governance-Strukturen und die Herausforderungen eines Generationenwechsels in grösseren Familienunternehmen.

Die Diskussion zeigte, dass langfristige Nachfolgeplanung klare Regeln, strukturierte Prozesse und die frühzeitige Einbindung der nächsten Generation erfordert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Eigentum, operative Führung und familiäre Erwartungen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden müssen.

Wichtige Themen aus dem Panel:

  • Frühzeitige Nachfolgeplanung über mehrere Jahre hinweg
  • Familienverfassungen und externe Verwaltungsräte als Governance-Instrumente
  • Verbindung von Eigentum und operativer Verantwortung
  • Schrittweiser Rückzug der Unternehmergeneration

Die Panelisten betonten zudem, dass Nachfolge nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung sei. Persönliche Identifikation mit dem Unternehmen, Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und die emotionale Vorbereitung auf den Rückzug spielten eine zentrale Rolle im gesamten Prozess.

Im Video v.l.n.r.: Reto Lipp (Moderation), Dr. Jürg Stucker, Partner, Oaklins, Dr. Hans-Jörg Bertschi, Executive Chairman, Bertschi Group, Spiros Lekatsas, Ehemaliger Inhaber, Global IT-Group.

Fazit

Die Paneldiskussionen zeigten, dass Unternehmensnachfolge bei Schweizer KMUs zunehmend komplexer wird. Strategische, finanzielle und emotionale Aspekte greifen eng ineinander. Gleichzeitig wurde deutlich, dass frühzeitige Planung, transparente Kommunikation und klare Führungsstrukturen die Chancen auf nachhaltige Nachfolgelösungen deutlich erhöhen.

Foto Impressionen

Der gelungene Abend war geprägt von offenen Diskussionen, persönlichen Erfahrungen und vielfältigen Perspektiven rund um die Unternehmensnachfolge. Im Zentrum standen praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Nachfolgelösungen sowie der direkte Austausch unter Unternehmerinnen, Unternehmern und Investoren.

Unser besonderer Dank gilt den Panelisten für ihre Offenheit und die wertvollen Erfahrungen aus erster Hand. Ebenso danken wir Reto Lipp für die professionelle und pointierte Moderation der drei Panels.

Ein herzliches Dankeschön auch an alle Gäste für ihre Teilnahme und die spannenden Gespräche. Wir freuen uns auf den weiteren persönlichen Austausch.

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